Liebe ExpatRights,
Vor etwa einem Monat wurde ich einer WeChat-Gruppe namens „Muslims in China“ hinzugefügt. Am Donnerstag erschien die Polizei an meinem Arbeitsplatz und nahm mich zur Befragung mit. Ich habe uneingeschränkt kooperiert und bin mir ziemlich sicher, dass sie wissen, dass ich unschuldig bin. Sie nahmen sämtliche elektronischen Geräte und meine Kontoauszüge für weitere Prüfungen mit – und genau darin liegt mein eigentliches Problem.
Ich mache mir keinerlei Sorgen, dass sie eine Beteiligung meinerseits an kriminellen religiösen Organisationen finden könnten. Ich bin zu 100 % unschuldig, und es gibt nichts zu finden.
Da sie nun jedoch Einblick in meine finanzielle Situation haben: Könnte sie interessieren, dass ich Einnahmen aus meinen Nebenjobs erhalte?
Falls sie behaupten, die zusätzlichen Beträge stammten aus Nebenjobs: Wie sollte ich darauf am besten antworten?
Wir wandten uns an Richard Cao, einen Rechtsanwalt in Nanjing, der freundlicherweise seine Zeit zur Verfügung gestellt hat!
Liebe ExpatRights:
Ja, möglicherweise sind die Nebenjobs das eigentliche Problem.
Um legal in China zu arbeiten, gibt es grundsätzlich zwei Wege:
1. Ein entsprechendes Visum bei der Ein- und Ausreiseverwaltung des Amts für öffentliche Sicherheit beantragen;
2. Bei einem Aufenthalt zu Studienzwecken mit entsprechendem Visum die Zustimmung der Bildungseinrichtung einholen und einen Antrag bei der Ein- und Ausreiseverwaltung des Amts für öffentliche Sicherheit stellen.
Wer illegal in China arbeitet, muss je nach Schwere des Verstoßes mit folgenden Maßnahmen rechnen:
1. Geldstrafe von bis zu 1.000 RMB und/oder Anordnung, China innerhalb einer bestimmten Frist zu verlassen;
2. Geldstrafe von 5.000 bis 20.000 RMB und/oder fünf bis 15 Tage Haft und/oder Rückführung. Zurückgeführte Personen dürfen ab dem Tag der Rückführung ein bis fünf Jahre lang nicht nach China einreisen.
Da nur sehr wenige Einzelheiten zu dem Fall vorliegen, können wir die möglichen Folgen nicht im Detail analysieren. Wir empfehlen Expats in China jedoch dringend, die Gesetze und Vorschriften einzuhalten. Falsche Angaben sind keine gute Idee. Werden sie bei den Ermittlungen aufgedeckt, können sie als erschwerender Umstand gewertet werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Richard (Chunwu) Cao — Rechtsanwalt
"Viele meiner Mandanten sprechen kein Chinesisch und beklagen, dass es für sie schwierig ist, einen englischsprachigen Anwalt zu finden. Sie verstehen das chinesische Recht nicht, und ich glaube, genau dabei können wir ihnen helfen."
UNSER RAT: HÖREN SIE AUF RICHARD! SAGEN SIE NICHTS! Wahrscheinlich interessieren sie sich nur für „terroristische“ Aktivitäten!
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Zuerst im offiziellen WeChat-Account ExpatRights veröffentlicht
