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Nachteile der chinesischen „Green Card“

Wiederhergestelltes Video zu „Nachteile der chinesischen Green Card“

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Die „chinesische Green Card“ ist nur zehn Jahre gültig und könnte daher faktisch eher als langfristiges Visum denn als Identitätsdokument betrachtet werden. Seit China 2004 die erste Green Card ausstellte, hatten vergleichsweise wenige Menschen sie verlängert. Einige Bekannte konnten die Verlängerung allein mit ihrer aktuellen Green Card, dem Reisepass, Fotos im vorgeschriebenen Format, der polizeilichen Anmeldung und dem Antragsformular erhalten. Andere Anträge wurden dagegen wegen einer Statusänderung abgelehnt, etwa weil die zugrunde liegende Investition nicht mehr bestand oder eine Scheidung erfolgt war. Dies konnte mit den Regelungen der jeweiligen Antragsstadt zusammenhängen.

Daueraufenthaltsstatus:

Nach Genehmigung gilt die betreffende Person als dauerhaft in China ansässig. Dieser Status kann sich auf das Leben im Heimatland auswirken, etwa auf Darlehen, Kreditzugang, Kreditkarten und vieles mehr. Für viele Menschen ist der Zugang zu solchen Leistungen im Heimatland unter anderem aufgrund der dortigen Gesetze und Vorschriften wesentlich leichter als in China.

Chinesische Steueransässigkeit:

Ausländische Staatsangehörige gelten dem Artikel zufolge als chinesische Steueransässige und werden auf ihr weltweites Einkommen und Vermögen besteuert, ohne dies etwa durch Aufenthaltszeiten außerhalb Chinas rechtmäßig umgehen zu können.

Wie in anderen Artikeln zu Änderungen der chinesischen Einkommensteuerregeln erläutert, überprüft China den Steuerstatus ausländischer Einwohner über Vereinbarungen wie den Common Reporting Standard (CRS). Dadurch wird es zunehmend schwieriger, unbemerkt zu bleiben. Für weltweit geschäftlich tätige Personen kann dieser chinesische Rechtsstatus daher im besten Fall eine kostspielige Option sein.

Doppelbesteuerung:

Wie bereits erwähnt, gelten Inhaber einer Green Card als chinesische Steueransässige. Manche Staaten verlangen zugleich weiterhin Steuern von ihren Staatsangehörigen, sodass eine mögliche Doppelbesteuerung entsteht. In einigen Fällen lässt sie sich vermeiden; andernfalls ist sie ein wichtiger Gesichtspunkt. Besonders relevant kann dies für Personen sein, die nicht nur in China, sondern auch in einem anderen Land arbeiten oder ausländische Erbschaften, Immobilien oder sonstige Anlagen besitzen.

Verlust von Leistungen im Heimatland:

Da diese Karte kein Visum, sondern einen Daueraufenthalt in China begründet, können Staatsangehörige mancher Länder bestimmte Leistungen im Heimatland verlieren – etwa beim Kreditzugang, bei Kreditkarten, Wahlrechten oder Bankdienstleistungen. Je nach Fall können weitere Voraussetzungen gelten, beispielsweise die Beibehaltung einer Anschrift im Heimatland.

Jedes Land hat eigene Gesetze zum Status seiner Staatsangehörigen in anderen Ländern. Ausländische Staatsangehörige müssen daher die Vorschriften ihres Heimatlands prüfen, damit sie keine Leistungen verlieren, die sie behalten möchten.

Mangelnde Akzeptanz und Bekanntheit in China:

Zu beachten ist, dass die „chinesische Green Card“ bei vielen Bahnhöfen, in Zügen, an Flughäfen, bei Fluggesellschaften und in Hotels auf Inlandsreisen häufig nicht akzeptiert wurde und weiterhin ein Reisepass erforderlich sein konnte. Dann konnten Fragen zum fehlenden Visum folgen oder Mitarbeiter konnten die Echtheit und Bedeutung der Green Card anzweifeln, weil ihnen diese Form des Identitätsnachweises unbekannt war.

Einige Personen berichteten, die Karte weder an Fahrkartenautomaten und Schaltern noch im Zug verwenden oder damit ohne ausgedrucktes Ticket die Bahnsteigsperre passieren zu können. Mit chinesischen Personalausweisen der zweiten Generation konnten chinesische Staatsangehörige dagegen ohne Papierticket durch die Sperre gehen und sich bei der Kontrolle im Zug ausweisen. Andere berichteten von Schwierigkeiten beim Flug-Check-in, bei der Flughafensicherheit oder beim Einchecken in Hotels.

Obwohl die Karte rechtlich möglicherweise wie der Personalausweis eines chinesischen Staatsangehörigen verwendet werden durfte, berichteten viele, dass dieser Identitätsnachweis in der Praxis nicht akzeptiert wurde.

Einhaltung der Aufenthaltsvoraussetzung:

Inhaber einer „Green Card“ müssen ihren Status aufrechterhalten, indem sie jedes Jahr genügend Zeit in China verbringen und damit zeigen, dass China tatsächlich ihr ständiger Wohnsitz ist. Wer nicht beabsichtigt, seinen dauerhaften Wohnsitz in China zu haben, für den ist eine Green Card möglicherweise ungeeignet oder kann nicht verlängert werden.

Wahrnehmung in der Bevölkerung:

Manche Menschen hatten den Eindruck, die Regierung beginne, die genannten Nachteile zu beheben; andere widersprachen. Tatsache ist: Ausländer stellen nur einen relativ kleinen Anteil der chinesischen Bevölkerung, und Dienstleistungen richten sich wie in jedem Land naturgemäß vor allem an die eigenen Staatsangehörigen. Von den Ausländern in China besaß wiederum nur ein kleiner Teil diesen Status.

Insgesamt sollten ausländische Staatsangehörige die Vor- und Nachteile einer chinesischen Green Card sorgfältig abwägen.

Quelle: Julian von ExpatServicesShanghai

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