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Rassismus gegen Menschen aus Afrika auf WeChat: ein Medienarchiv von 2017

Redaktioneller Hinweis, 7. August 2026: Die ursprüngliche ExpatRights-Seite importierte einen lediglich Crossing The Wall zugeschriebenen Bericht, übersetzte große Teile eines rassistischen WeChat-Beitrags und fügte eine sachfremde Kommentardiskussion sowie Werbung hinzu. Im Import wurde weder für den Artikel von Crossing The Wall noch für den zugrunde liegenden WeChat-Beitrag eine direkte URL erfasst. Diese Fassung bewahrt den berichteten Sachverhalt, paraphrasiert schädliches Material, korrigiert eine unbelegte Bevölkerungserzählung und gibt rassistische Behauptungen über Sexualität, Krankheiten, Kriminalität, Intelligenz oder sogenannte Rassenreinheit nicht ausführlich wieder.

Was der Bericht von 2017 beschrieb

Dem Import zufolge veröffentlichte ein normalerweise mit chinesischer Kalligrafie befasstes WeChat-Konto einen gegen Menschen aus Afrika gerichteten Beitrag über Guangzhou. Darin wurden Menschen eines ganzen Kontinents zusammengefasst, Schwarze Einwohner ohne Kausalbelege mit Kriminalität und HIV verbunden, ethnienübergreifende Beziehungen sexualisiert, angebliche biologische und intellektuelle Hierarchien propagiert und Familien unterschiedlicher ethnischer Herkunft abgelehnt.

Dem importierten Bericht zufolge überschritt der Beitrag den damals sichtbaren WeChat-Zähler von 100.000 Aufrufen. Im Archiv sind weder eine funktionierende Beitrags-URL, unabhängige Analysedaten, ein Veröffentlichungszeitstempel noch ein vollständiger Screenshot-Nachweis erhalten; seine genaue Reichweite lässt sich daher heute nicht bestätigen. Auch ein häufig aufgerufener Beitrag würde die Verbreitung rassistischer Inhalte dokumentieren, nicht aber belegen, dass seine Aussagen die chinesische Bevölkerung insgesamt repräsentierten.

Die Bevölkerungsprognose war unbelegt

Das WeChat-Material behauptete ohne Angabe eines Datensatzes, bereits 2009 habe es in China 700.000 Migranten aus Afrika gegeben, und prognostizierte 15 Millionen bis 2030 sowie 50 Millionen bis 2050. Anschließend erfand es Zahlen für künftige Kinder gemischter Herkunft. Das Archiv enthielt weder eine Migrationszeitreihe, eine Definition, Fertilitätsdaten noch ein Modell, das diese Zahlen hätte stützen können.

Ein im März 2017 bei People's Daily Online veröffentlichter Bericht zitierte den stellvertretenden Polizeichef von Guangzhou mit der Angabe, am 25. Februar seien in der Stadt 10.344 Einwohner aus afrikanischen Staaten unter insgesamt 77.877 ausländischen Einwohnern registriert gewesen. Diese kommunale Verwaltungszahl ist keine Gesamtzahl für China und erfasst möglicherweise nicht alle Besucher oder Einwohner. Sie zeigt jedoch, warum die landesweiten Hochrechnungen des viralen Beitrags nicht als gemessene Tatsachen behandelt werden dürfen.

Wie die schädlichen Behauptungen einzuordnen sind

Ein Bericht über eine Straftat kann weder den Charakter noch das Verhalten einer Staatsangehörigkeit, eines Kontinents oder einer rassifizierten Gruppe belegen. Gesundheitsstatistiken können ohne personenbezogene und epidemiologische Belege nicht nachweisen, dass eine migrantische Gemeinschaft eine Veränderung verursacht hat. Hautfarbe und Abstammung bestimmen weder Intelligenz, Moral, Kultur und Staatsangehörigkeit noch die Zukunftsaussichten einer Familie.

Der Beitrag behandelte Afrika außerdem wie einen einzigen Ort und Schwarze Identität per Definition als ausländisch. Afrika umfasst viele Staaten, Sprachen, Rechtsstatus und Migrationsgeschichten. Zu Schwarzen Menschen in China gehören Studierende, Händler, Fachkräfte, Familienangehörige, Besucher und andere, deren Umstände sich weder aus einem Bild noch aus einem Online-Gerücht ableiten lassen.

Kontext ohne kollektive Schuldzuweisung

Forschung zu afrikanischen Gemeinschaften in Guangzhou hat untersucht, wie Begegnungen, Einwanderungspolitik, Handel, Binnenmigration, globale rassistische Vorstellungen und örtliche soziale Bedingungen Einstellungen und Rassifizierung prägen. Dieser Kontext ist hilfreicher, als Rassismus einer einzigen ausländischen Quelle zuzuschreiben oder einen Online-Beitrag als Beleg über eine ganze Gesellschaft zu behandeln.

Rassismus gegen Schwarze Menschen in chinesischen Medien lässt sich dokumentieren, ohne antichinesische Verallgemeinerungen zu akzeptieren. Die maßgeblichen Belege betreffen konkrete Inhalte, Herausgeber, Plattformen, Institutionen und Verhaltensweisen. Rassismus wird nicht dadurch bekämpft, dass einer anderen Staatsangehörigkeit oder ethnischen Gruppe Kollektivschuld zugeschrieben wird.

Kommentare, Medien und Herkunft

Der Import fügte Kommentare im Reddit-Stil mit Obszönitäten, rassistischer und nationaler Herabsetzung, persönlichen Angriffen und Spekulationen über die schreibende Person an. Die ursprüngliche Diskussion wurde nicht verlinkt. Diese Kommentare wurden entfernt, weil sie keine verlässlichen Belege beitragen und lediglich denselben Schaden vervielfachen würden.

Die fünfzehn importierten Bilder umfassten Screenshots des rassistischen Beitrags, aus dem Zusammenhang gerissene Personenbilder, sachfremde Werbung, eine Sprachschulwerbung, QR-ähnliche Grafiken und Teaser späterer Artikel. Für keines enthielt die Seite eine verlässliche Lizenz oder vollständige Herkunftsangabe. Sie wurden entfernt, statt die Propaganda in neue visuelle Kopien zu übersetzen oder die Bilder ohne Kontext und Erlaubnis erneut zu veröffentlichen.

Wie dieses Archiv verantwortungsvoll genutzt werden kann

  • Rassistische Behauptungen so genau beschreiben, dass der Schaden dokumentiert wird, ohne unnötig Beschimpfungen oder explizite Stereotype zu wiederholen.
  • Aufrufzahlen, Kommentare, Screenshots oder Interaktionszähler nicht als repräsentative Umfragebelege behandeln.
  • Behauptungen zu Bevölkerung, Migration, Kriminalität und Gesundheit anhand nachvollziehbarer Daten und ihres angegebenen Geltungsbereichs prüfen.
  • Kritik an konkreten rassistischen Inhalten von Aussagen über chinesische oder afrikanische Menschen als Gruppen trennen.

Quellen