Der Anbieter der chinesischen Chat-App WeChat hat sich entschuldigt, nachdem die automatische Übersetzungsfunktion ein Emoji der kanadischen Flagge als „Er ist im Gefängnis“ wiedergegeben hatte.
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Die unerwartete Übersetzung trat auf, als ein Flaggensymbol in einen chinesischen Satz eingefügt und anschließend mit einer automatischen WeChat-Funktion ins Englische übersetzt wurde, die die Kommunikation zwischen Sprechern beider Sprachen erleichtern soll. Der Fehler betraf nicht nur Kanada. WeChat übersetzte die Flagge Andorras am Dienstag mit „Er wurde getötet“, die Flagge Arubas mit „Sie sind verhaftet“ und die des Kongo mit „Er ist tot“.
Tencent, der Eigentümer von WeChat, erklärte am Dienstagnachmittag, man ergreife „sofort Maßnahmen, um einen Übersetzungsfehler bei WeChat zu beheben. Wir danken den Nutzern für den Hinweis und entschuldigen uns für entstandene Unannehmlichkeiten.“
Bis zum frühen Dienstagabend waren die bizarren Übersetzungen der Flaggen verschwunden.
Tencent erklärte jedoch nicht, was geschehen war. Das führte zu Spekulationen darüber, ob die Ursache böswillig war – oder ob Übersetzungsalgorithmen beim Durchsuchen digitaler Kommunikation in Diskussionen in China automatisch eine Verbindung zwischen Kanada und Gefängnis erkannt hatten.
„Entweder ist es ein Scherz oder ein Problem des maschinellen Lernens. Es könnte aber auch darauf hindeuten, dass ?? im Zusammenhang mit Gesprächen über Gefängnisse verwendet wurde“, sagte James Hull, Investmentanalyst in Beijing und Co-Moderator des Podcasts China Tech Investor.
Auch die ukrainische Flagge wurde mit „Er ist im Gefängnis“ übersetzt, bevor das Unternehmen den Fehler behob.
Andere Übersetzungen waren ebenso merkwürdig, wenn auch politisch weniger heikel. Die Emojis der Flaggen Islands und Irlands wurden als „Hey. Hey“ beziehungsweise „Hey! Hey!“ wiedergegeben. Griechenland hieß „Oh ja“, Bulgarien „Hey, Chauncey!“, Südafrika „Er ist ein Handlanger“, Ägypten „Es tut mir leid“, Brasilien „Oh mein Gott“, die Türkei „Oh nein“, Madagaskar „Schwerlast“, Kambodscha „Nicht wiederzuerkennen“, Bosnien und Herzegowina „Er liegt im Koma“, Afghanistan „Mitten im Nirgendwo“, Myanmar „Idiot“ und Argentinien „Du bist verliebt“.
Quelle: The Globe and Mail über JobTubeDaily
