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Ausländische Studierende in China sollten arbeiten dürfen

Ausländische Studierende in China sollten arbeiten dürfen
Ausländische Studierende in China sollten arbeiten dürfen

ExpatRights.org

Immer mehr internationale Studierende kommen nach China. Das Land zieht jedes Jahr mehr internationale Studierende an als jedes andere asiatische Land. In den vergangenen Jahren warb die chinesische Regierung mit modernisierten Bildungseinrichtungen und einer größeren Zahl jährlicher Stipendien um sie.

Früher wurde ein Studium in China vor allem für Sprachkurse erwogen. Heute schreiben sich Studierende aus aller Welt in technischen Studiengängen ein und erwerben dort Berufs- und Hochschulabschlüsse. Nach Angaben des chinesischen Bildungsministeriums stieg die Zahl internationaler Studierender, die in China einen Hochschulabschluss anstrebten, innerhalb von zehn Jahren von knapp 55.000 im Jahr 2006 auf fast 210.000 im Jahr 2016.

Ausländische Studierende in China sollten arbeiten dürfen

Unter der wachsenden Zahl internationaler Studierender in China sind auch Berufstätige, die mit ihren Familien anreisen. Viele erhalten ein Stipendium, andere finanzieren ihr Studium selbst; finanzielle Einschränkungen betreffen beide Gruppen.

Internationale Studierende sind wegen der zunehmenden Festnahmen durch die Polizei verunsichert. Viele möchten arbeiten, um ihren eigenen monatlichen Bedarf oder den ihrer Familie zu decken; die Lebenshaltungskosten übersteigen oft sogar die Studiengebühren. Studierende mit Familie sind besonders benachteiligt, weil Unterstützungsleistungen gewöhnlich nur für die studierende Person und nicht für Angehörige gelten. Angehörige erhalten ein Visum für Familienangehörige und dürfen nicht arbeiten. Wie sollen Eltern und Kind oder Kinder von 1.400 bis 3.500 Yuan im Monat leben? Von Expat Rights befragte Studierende hielten das für unmöglich.

Ein Doktorand der Zhejiang-Universität berichtete, wegen der Arbeitsbeschränkungen sei das Leben mit seiner Familie in China äußerst schwierig. Die monatlichen Lebenshaltungskosten der Familie überstiegen sein Studienstipendium von 3.000 Yuan deutlich. Strom, Wasser, Telefon, Freizeit, Lebensmittel, persönliche Bedürfnisse der Eltern, Babybedarf und unvorhersehbare Ausgaben lägen zusammen weit über dem gesamten Stipendium.

Er schilderte außerdem einen Fall, in dem Ehefrau und Kinder ins Heimatland zurückkehren mussten, weil der Ehemann als Student nicht arbeiten durfte. Die Kinder erreichten das Schulalter, konnten aber nicht an einer chinesischen Schule angemeldet werden; seine Frau durfte ebenfalls nicht arbeiten. Die Umstände zwangen die Familie zur Trennung. Wegen der Arbeitsbeschränkungen leben viele Studierende von der Hand in den Mund.

Im Gegensatz zu Ländern in Nordamerika und Europa, die internationalen Studierenden Arbeit neben dem Studium erlauben, schränkt China deren Beschäftigung seit der Aufnahme seiner ersten Gruppe von 33 internationalen Studierenden im Jahr 1950 stark ein. Wer in China ein Studierendenvisum besitzt, darf ohne Genehmigung der Ein- und Ausreisebehörde nicht arbeiten.

Das Thema wird häufig diskutiert, weil die Beschränkung Studierenden die Finanzierung erheblich erschwert und damit ein eigenes Problem geschaffen hat. Viele suchen trotzdem Arbeit. Werden sie von den chinesischen Behörden erwischt, drohen hohe Geldbußen; in manchen Fällen werden sie ausgewiesen und verlieren ihr Stipendium.

Ein Wandel ist eingetreten – Laut einem von China Daily veröffentlichten Artikel wird China internationalen Studierenden an Hochschulen im ganzen Land erlauben, während des Studiums in Teilzeit zu arbeiten, um das Hochschulsystem attraktiver zu machen. Zur Unterstützung dieser Initiative begann die chinesische Regierung mit Änderungen, die internationalen Studierenden in Tier-1-Städten wie Beijing und Shanghai nach Zustimmung ihrer Hochschule und der Ein- und Ausreisebehörde Teilzeitarbeit oder Praktika ermöglichen.

Das ist ein wichtiger Schritt der örtlichen Behörden, auch wenn die Genehmigungen der Hochschule und der Ein- und Ausreisebehörde mühsam erscheinen können. Internationale Studierende sollen nun in Teilzeit zum chinesischen Arbeitsmarkt beitragen. In manchen Städten, insbesondere Shanghai, werden sie sogar ermutigt, während ihres Studiums Unternehmen zu gründen. Auf der Suche nach internationalen Fachkräften erkennt China zunehmend, dass sich viele von ihnen bereits unter den jährlich einreisenden Studierenden befinden, und passt seine Regeln an, um sie im Land zu halten.

Problematisch ist jedoch, dass die meisten internationalen Studierenden diese Information offenbar nicht kennen. Viele setzen sich weiterhin für eine Arbeitserlaubnis ein, obwohl die Behörden bereits entsprechende Regelungen geschaffen haben. In jüngster Zeit berichteten Medien über mehrere Festnahmen ausländischer Personen, die mit dem falschen Visum arbeiteten. Wenn China die Beschäftigung internationaler Studierender tatsächlich ermöglichen will, muss es seine Absichten öffentlich und eindeutig kommunizieren.

Zudem müssen mehr Praktikumsmöglichkeiten im jeweiligen Studienfach geschaffen werden, damit Studierende Berufserfahrung sammeln können. Dadurch könnte auch die für chinesische Arbeitsvisa verlangte zweijährige Berufserfahrung erworben werden. Wenn internationale Absolventinnen und Absolventen in China bleiben und arbeiten können, ohne das Land zunächst zum Sammeln von Berufserfahrung verlassen zu müssen, kann China diese Fachkräfte halten.

Kennen Sie Ihre Rechte als internationale studierende Person: Unter den vorgesehenen Voraussetzungen können Sie in China neben dem Studium arbeiten. Befolgen Sie die erforderlichen Schritte zur Genehmigung, damit Sie Ihre Rechte gegenüber den Behörden nachweisen können. Vergewissern Sie sich außerdem, dass das Unternehmen und sämtliche erforderlichen Unterlagen rechtmäßig sind. Leiten Sie diesen Artikel schließlich an internationale Studierende in Ihren Kontakten weiter, damit sie ihre Rechte zur Arbeit mit einem Studierendenvisum kennen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.chinadaily.com.cn/a/201808/07/WS5b68e48fa3100d951b8c8ed2.html

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Originalbeitrag zuerst im offiziellen WeChat-Account ExpatRights veröffentlicht: