
20. April
Nationalismus, Rassismus und Patriotismus
Autor: Victor
Wenn ich in öffentlichen Foren über Ereignisse in China spreche, begegne ich immer wieder Menschen, die Begriffe unzutreffend verwenden. Die meisten Artikel konzentrieren sich auf „Rassismus“ in China, als wäre dies das einzige Problem. Rassismus existiert und tritt in manchen Fällen unverhohlen auf. Dennoch sollten wir die verwendeten Begriffe klar unterscheiden. Präzise Sprache ist sowohl für die Verständigung als auch für die Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Anliegen der Gemeinschaft entscheidend.

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Totally China

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Screenshot eines Videos, in dem ein Sicherheitsmitarbeiter einer Schwarzen Frau den Zutritt verweigert, während er eine chinesische und eine weiße Frau ungehindert passieren lässt
Dieses Video zeigt Rassismus in der Praxis. Der Frau wird offenbar aus keinem anderen Grund der Zutritt verweigert, als dass sie Schwarz ist.
Die Beschwerden über Rassismus gegenüber der Schwarzen Gemeinschaft sind sehr real und weit verbreitet; sie beschädigen Chinas Ansehen in der Welt. Es ist Zeit, dass solche Vorfälle im 21. Jahrhundert ankommen. Wir leben nicht vor 100 Jahren, sondern heute – in einer Weltgemeinschaft, die aufgeklärter sein sollte, als ein solches Verhalten hinzunehmen.
China, komm im 21. Jahrhundert an und handle nicht so, als lebten wir noch vor 100 Jahren, als ein solches Verhalten als hinnehmbar galt. Rassismus ist die gezielte Diskriminierung einer Gruppe aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit und/oder Hautfarbe. Dazu zählen auch Praktiken, die Menschen wegen ihrer Unterschiede gezielt benachteiligen, um einer anderen Gruppe einen vermeintlichen Vorteil zu verschaffen.

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Importiertes Rindfleisch. QR-Code für weitere Informationen scannen

Ein Schild, das derzeit in vielen Geschäften hängt und Ausländern aus Angst vor COVID-19 den Zutritt verbietet
Dieses Schild ist ein Beispiel für Nationalismus. Nationalismus ist weitaus heimtückischer als Rassismus, weil er häufig mit Patriotismus verwechselt wird, der etwas Positives ist. Nationalismus zerstört das Gefüge eines Landes.
Wir leben im 21. Jahrhundert, und die Welt erkennt zunehmend, dass sie eine globale Gemeinschaft ist. Kein Land kann für sich beanspruchen, einem anderen überlegen zu sein, wie es manche vor 100 Jahren gegenüber einer uninformierten Bevölkerung versuchten.
Tatsächlich führt dies zu „törichtem Stolz“. Nationalismus hindert ein Land daran, wirklich groß zu werden, weil er dessen eigene Fehler nicht anerkennt und sie nur rechtfertigt, statt sie zu beheben.
Vielfalt bringt Kreativität und Talent und eröffnet neue Perspektiven auf alte Probleme. Nationalismus schafft ein Umfeld, das in kreisförmigem Denken erstarrt und neue Lösungsansätze verhindert, weil „ausländisches“ Denken nun einmal fremd ist und nicht verstanden wird. Nationalismus tarnt sich häufig als Patriotismus.

Die Staatssiegel der Vereinigten Staaten und Chinas
Patriotismus ist die aufrichtige Liebe zum eigenen Land und zu den Menschen, die dort leben. Es ist eine selbstlose Liebe, die dem Wohl der Bevölkerung dient. Sie zeigt sich in Soldaten, die bereit sind, bei der Verteidigung der Menschen zu sterben, in Polizeibeamten, die täglich Risiken eingehen, um das Gesetz durchzusetzen, und in gewöhnlichen Bürgern, die im Interesse der Ideale und Gesetze ihres Landes ihre Stimme erheben, wenn Gästen oder Staatsangehörigen Unrecht geschieht. Sie ist wie die Liebe eines Elternteils, der keine Vergeltung fürchtet, wenn er Ihnen sagt, dass Sie im Unrecht sind, weil er Sie wachsen sehen möchte.
Patriotische Menschen verteidigen ihr Land gegen Feinde im In- und Ausland. Ihnen ist bewusst, dass es eine patriotische Pflicht und Verantwortung ist, sich gegen Handlungen auszusprechen, die den Interessen des Landes schaden – unabhängig davon, von wem sie ausgehen. Sie fürchten keine Vergeltung, sondern wollen ausschließlich das Wohl ihres Landes fördern; ihre Kritik soll es verbessern. Sie verstehen sich als Botschafter ihres Landes, vertreten jederzeit dessen Ideale und halten sich an die Regeln jedes Staates, in dem sie sich befinden. Gegenüber Gästen und Staatsangehörigen verhalten sie sich respektvoll. Sie wissen, dass Verbesserung nur möglich ist, wenn Fehler anerkannt werden. Was nützt es, „das Gesicht zu wahren“, wenn man sich weigert, „sich den Problemen zu stellen, vor denen man bewahrt werden muss“?

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Wir leben im 21. Jahrhundert. Nationalismus und Rassismus haben darin keinen Platz. Wir sind eine globale Gemeinschaft, und nichts hat dies deutlicher gezeigt als die damalige COVID-19-Krise. Wir sind alle miteinander verbunden. Was den Schwächsten unter uns widerfährt, betrifft auch den Rest von uns. Selbstbeweihräucherung wird dieses Problem nicht lösen.
Solange dieses Virus in einem Winkel der Welt existiert, existiert es überall. Wir müssen erkennen, dass wir alle Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen sind.
Ein einzelner Mensch ist kein Botschafter seiner gesamten ethnischen Gruppe oder Nation. Unsere Welt ist vielfältig, doch wir haben Gemeinsamkeiten. Jeder Mensch möchte das finden, was er für Glück hält. All unser Handeln ist auf dieses eine Ziel ausgerichtet; nur die Wege dorthin unterscheiden sich.
Wer dies versteht, erkennt, dass wir letztlich gar nicht so verschieden sind. Lassen Sie uns im Geist gegenseitiger Harmonie und Zusammenarbeit unsere patriotische Seite finden und das Beste unseres Landes repräsentieren. Begreifen wir, dass wir eine globale Gemeinschaft in einer Krise sind, und informieren wir diejenigen, denen Wissen fehlt.

Autor: Victor
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