Ein Universitätsprogramm, das chinesische Studierende dazu ermutigt, während der bevorstehenden Frühlingsfestferien internationale Studierende mit nach Hause zu nehmen, wurde in chinesischen sozialen Medien als Bevorzugung von Ausländern kritisiert.
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Am Wochenende verbreitete sich in sozialen Medien der Screenshot eines WeChat-Beitrags, der chinesische Studierende zur Anmeldung für das Programm aufforderte. Laut dem Beitrag der Fakultät für Geistes- und Entwicklungswissenschaften der Chinesischen Landwirtschaftsuniversität bietet die Veranstaltung chinesischen und internationalen Studierenden Gelegenheit zum Austausch und ermutigt internationale Studierende, als Brücke des kulturellen Austauschs zu wirken.
Das Programm sieht vor, dass teilnehmende chinesische Studierende während des Frühlingsfests mindestens einen internationalen Studierenden für eine Woche mit nach Hause nehmen. Die internationalen Studierenden sollen im Haushalt der chinesischen Studierenden wohnen. Durch gemeinsames Essen, Wohnen und Reisen sollen sie ihr Verständnis der traditionellen chinesischen Kultur vertiefen.
Der Beitrag enthielt mehrere Fotos aus früheren Jahren, auf denen internationale Studierende während des Frühlingsfests einheimische Familien besuchten.
Der Beitrag scheint vom WeChat-Konto der Fakultät gelöscht worden zu sein.
Das Programm löste online eine heftige Debatte aus. Einige Internetnutzer stellten den Zweck infrage und behaupteten, die Universität behandle internationale Studierende zu gut. Aus Sicherheitsgründen sollten diese in Hotels statt bei Studierenden zu Hause wohnen.
Viele bezeichneten das Programm jedoch als normale Aktivität, durch die ausländische Studierende die chinesische Kultur erleben könnten. Auch chinesische Studierende im Ausland würden zu Weihnachten häufig von einheimischen Kommilitonen nach Hause eingeladen.
„Legt eure Vorurteilsbrille ab! Wir dürfen nicht wegen früherer Skandale jeden normalen Austausch zwischen chinesischen und ausländischen Studierenden ablehnen. Es ist gut, wenn Ausländer die chinesische Kultur verstehen und die Fürsorge der Universität erleben“, schrieb ein Internetnutzer.
Einige Internetnutzer berichteten von „wunderbaren Erfahrungen“, die sie als ausländische Studierende gemacht hätten, als einheimische Kommilitonen sie während westlicher Feiertage mit nach Hause nahmen.
Ein Mitarbeiter der Fakultät mit dem Familiennamen Shao sagte, die Universität habe noch nicht entschieden, ob das Programm in diesem Jahr oder erst künftig beginnen werde.
Das Programm sei von den Behörden genehmigt worden, doch einige Internetnutzer hätten Gerüchte verbreitet und die Universität böswillig verleumdet, sagte Shao.
Die Debatte über eine angebliche „Bevorzugung“ internationaler Studierender in China geriet in den Blickpunkt, nachdem Berichten zufolge die Shandong-Universität im Juli jedem internationalen Studierenden drei „Lernpartner“ zugeteilt hatte. Die Universität bestätigte ein Lernpartnerprogramm, bestritt jedoch, dass jeder internationale Studierende drei Lernpartner erhalten sollte.
Quelle: www.globaltimes.cn
