Chinas Herausforderung besteht nicht nur darin, illegal tätige Ausländer zu identifizieren, die gegen Ein- und Ausreisebestimmungen verstoßen, sie festzunehmen, mit Geldstrafen zu belegen, zu inhaftieren und abzuschieben – entgegen den Bedürfnissen des Bildungssystems. Zunächst sollten vielmehr wechselseitige Änderungen der Visaregeln ermittelt werden, die mehr ausländischen Fachkräften den Weg nach China erleichtern.
So dürfen Ausländer, die im Vereinigten Königreich ein Tier-2-Visum beantragen, das dem chinesischen Z-Visum entspricht, eine Teilzeitbeschäftigung auf demselben Qualifikationsniveau wie ihre Haupttätigkeit aufnehmen.
Eine einfache Änderung des Z-Visums würde drei Probleme auf einmal lösen: Sie würde mehr ausländische Fachkräfte nach China holen, die ihr Einkommen durch zusätzliche Teilzeitarbeit ergänzen könnten; sie würde die Standards in Nachhilfezentren erhöhen, in denen qualifizierte und erfahrene Lehrkräfte Arbeit finden könnten; und sie würde die Zahl der dort illegal arbeitenden Ausländer verringern.
Es ist hinreichend dokumentiert, dass die Ein- und Ausreisebehörden von Ausländern erwarten, sämtliche Regeln und Vorschriften zu kennen, unabhängig davon, welche gut gemeinten Ratschläge sie von chinesischen Dritten erhalten haben. Chinesische Personalverantwortliche müssen das Recht jedoch ebenfalls kennen und dürfen Ausländer nicht zu rechtswidrigen Praktiken verleiten.
Derzeit überwiegen für Schulen und Nachhilfezentren die Vorteile der Beschäftigung illegal tätiger ausländischer Lehrkräfte gegenüber den Sanktionen; die Einrichtungen arbeiten weiter und beschäftigen häufig weiterhin illegale Lehrkräfte. Die Folgen für die ausländische Lehrkraft sind dagegen wesentlich härter und stehen außer Verhältnis zum Verstoß: Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, Geldstrafe, Haft, Abschiebung, das Ende persönlicher Beziehungen und die Notwendigkeit, das Leben ohne Rechtsmittel andernorts neu aufzubauen.
China braucht Ausländer, die gute Lehrkräfte sind; diese Tatsache wird nicht über Nacht verschwinden. Je mehr negative Geschichten in chinesischen sozialen Medien erscheinen und sich verbreiten, desto unattraktiver wird China für qualifizierte und erfahrene ausländische Lehrkräfte. Lehrkräfte, Pädagogen, Schulverwaltungen, Eltern und Schüler sollten gemeinsam daran arbeiten, die Qualitätsstandards chinesischer Schulen zu verbessern, statt ausländische Lehrkräfte daran zu hindern, nach China zu kommen. Ohne ein hochwertiges Bildungssystem kann der chinesische Traum nicht verwirklicht werden.
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