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Mehr Ausländer ziehen zum Arbeiten und Studieren nach China

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Mehr Ausländer ziehen zum Arbeiten und Studieren nach China

China – eines der größten Herkunftsländer von Auswanderern weltweit – werde für Expats zunehmend zu einem attraktiven Ziel, erklärte eine unabhängige Denkfabrik in Peking.

Offizieller WeChat-Account: ExpatRights

Das Center for China and Globalization erklärte in einem Bericht, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung, wachsender internationaler Einfluss und bessere Karrierechancen bewegten mehr Ausländer dazu, zum Arbeiten nach China zu ziehen.

Die Schlussfolgerung stützte sich auf Auslandsüberweisungen. China war im Vorjahr der zweitgrößte Empfänger solcher Zahlungen, als weltweit rund 95,4 Millionen chinesische Migranten lebten, sagte Yang Jingming, Forscher der Denkfabrik und Mitautor des Berichts.

Zugleich habe China 2016 weltweit an fünfter und 2015 an vierter Stelle der Ursprungsländer für Auslandsüberweisungen gestanden. Das zeige, dass es zu einem attraktiven Arbeitsort für Ausländer geworden sei, sagte Yang.

2016 führten die Vereinigten Staaten die Liste an, gefolgt von Saudi-Arabien, der Schweiz und Deutschland.

Nach Daten der Weltbank gingen in jenem Jahr Überweisungen in Höhe von rund 25,28 Milliarden US-Dollar aus China ins Ausland; 2015 waren es 20,42 Milliarden US-Dollar gewesen.

„Auch offizielle Zahlen des Ministeriums für öffentliche Sicherheit zeigen, dass immer mehr Ausländer zum Arbeiten, Studieren und Reisen nach China kommen“, sagte Yang, ohne dies näher auszuführen.

Im Land lebten schätzungsweise eine Million im Ausland geborene Menschen; 60 Prozent von ihnen stammten aus Hongkong, Brasilien, Südkorea und den Philippinen, sagte Yang unter Berufung auf Zahlen der Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen.

„China veröffentlicht die genaue Zahl der im Land lebenden ausländischen Staatsangehörigen nicht. Nach der kürzlichen Gründung der staatlichen Einwanderungsbehörde erwarten wir jedoch, dass solche Zahlen irgendwann bekannt gegeben werden“, sagte Yang.

Zwei Monate nach der Gründung der neuen Einwanderungsbehörde im April erklärte diese, 1.881 Ausländern einen Daueraufenthalt gewährt zu haben – fast ebenso vielen wie im gesamten Vorjahr.

Song Quancheng, Direktor des Instituts für Migrationsforschung an der Shandong-Universität, sagte, China sei seit mehr als einem Jahrzehnt ein wichtiges Ziel für Ausländer aus weniger entwickelten Ländern, insbesondere aus Afrika.

Viele von ihnen seien bereit gewesen, das Risiko einzugehen und ihre Visa zu überziehen, fügte er hinzu.

„Mit der wachsenden Zahl der Einreisenden nehmen in China auch illegale Einreise, Visaüberziehungen und illegale Beschäftigung zu. Die Einwanderungsbehörden müssen dem Aufmerksamkeit schenken“, sagte Song.

Als Beispiel nannte er die südchinesische Stadt Guangzhou. Dort seien rund 100.000 Afrikaner offiziell registriert, die tatsächliche Zahl könne jedoch dreimal so hoch sein.

Unter Verweis auf eine separate HSBC-Studie aus dem Vorjahr erklärte der Bericht der Denkfabrik, Expats sähen in China bessere Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten als in ihren Heimatländern.

Manche wurden durch staatliche Programme zur Gewinnung ausländischer Spitzenkräfte angezogen. Dazu gehörte das Programm „Tausend Talente“, das zwischen 2008 und 2017 mehr als 7.000 Expats ins Land brachte. Metropolen der ersten Kategorie wie Peking und Shanghai warben in diesem Zeitraum über eigene Programme weitere rund 53.900 Ausländer an. Im Berichtsjahr führte die Regierung außerdem neue beschleunigte Visa mit fünf- oder zehnjähriger Laufzeit für „Spitzentalente“ ein, um Fachleute wie führende Wissenschaftler und Geschäftsleute zum Umzug nach China zu bewegen.

Für manche Ausländer in China ist allerdings schon ein Arbeitsvisum schwer zu bekommen – ganz zu schweigen von einem Daueraufenthalt.

Die Denkfabrik forderte die Behörden auf, mehr ausländische Fachkräfte anzuwerben, um die heimische Industrie zu stärken – insbesondere zu einer Zeit, in der Industrieländer wie die Vereinigten Staaten ihre Einwanderungspolitik verschärften.

„Eine vielfältige ausländische Erwerbsbevölkerung kann dem Mangel an Fachkräften und technischem Know-how im Land entgegenwirken“, hieß es in dem Bericht.

Während immer mehr Ausländer in China nach Chancen suchten, beantragten zugleich weniger Chinesen einen Daueraufenthalt oder die Staatsangehörigkeit in anderen Ländern – insbesondere in einigen der beliebten Industriestaaten.

Eines dieser Länder, die Vereinigten Staaten, gewährte im Vorjahr rund 74.000 Chinesen einen Daueraufenthalt – laut Bericht 9,2 Prozent weniger als 2016.

Im Vereinigten Königreich beantragten 2017 insgesamt 2.271 Chinesen die Staatsangehörigkeit – die niedrigste Zahl seit 2007.

Yang führte den Rückgang auf strengere Einwanderungsregeln in Industrieländern wie den USA und Kanada sowie auf Verbesserungen im Inland zurück, die Menschen eher zum Bleiben bewegten – darunter die Bildungsqualität und Geschäftsmöglichkeiten.