
ExpatRights.org
Viele Ausländer verlassen ihr Heimatland, um sich mit ihren Familien langfristig zum Arbeiten in China niederzulassen.
China wirbt um internationale Fachkräfte; viele ausländische Beschäftigte folgen dem Ruf und reisen mit Ehepartnern und Kindern an. Wer mit Kindern in China lebt, muss deren Ausbildung einplanen. Meist werden internationale Schulen bevorzugt, doch ihre Kosten vom Vorschul- bis zum Grundschulbereich übersteigen häufig das Budget durchschnittlich verdienender Expats. Je nach Schule liegen die jährlichen Gebühren Berichten zufolge zwischen 100.000 und 250.000 RMB; mit jeder höheren Bildungsstufe steigen auch die Kosten. Da es nur wenige oder gar keine Stipendien gibt, müssen Expats die Ausbildung ihrer Kinder selbst bezahlen, wenn sie zum Arbeiten in China bleiben möchten. Das durchschnittliche Jahresgehalt ausländischer Beschäftigter in China entspricht leider ungefähr den Kosten der internationalen Ausbildung eines Kindes.
Das Gehalt von Ausländern –
Nach Chinas Punktesystem für Arbeitserlaubnisse liegt das erwartete Gehalt ausländischer Beschäftigter zwischen 50.000 und
450.000 und mehr.

Laut Echinacities verdient ein Ausländer durchschnittlich 240.000 pro Jahr. Nach Angaben von INS Global Consulting bieten nur 7 von 21 untersuchten Stellen in China ein Jahresgehalt, das die Kosten eines Schuljahres für ein Vorschulkind an einer internationalen Schule übersteigt.

Die Grenze liegt auf der Hand: Die jährlichen Kosten einer internationalen Schule für ein Expat-Kind entsprechen ungefähr dem durchschnittlichen Jahresgehalt eines Expats. Für durchschnittlich verdienende ausländische Beschäftigte ist eine internationale Ausbildung ihrer Kinder nahezu unerschwinglich. Nur besonders hoch qualifizierte und bezahlte Fachkräfte in China können ihre Kinder problemlos auf internationale Schulen schicken; Expats mit mittlerem Einkommen, die ebenso zur chinesischen Wirtschaft beitragen, kämpfen dagegen mit den Kosten. Expat Rights hat zur Veranschaulichung die Gebühren zweier bekannter internationaler Schulen in Chinas führenden Tier-1-Städten Beijing und Shanghai untersucht. Das Ergebnis: Wer jährlich weniger als 450.000 RMB verdient, kann gerade ein Jahr internationale Vorschule finanzieren und muss mit der kleinen verbleibenden Reserve von Gehalt zu Gehalt leben.

Bildnachweis: Dulwich College Shanghai Pudong

Bildnachweis: International School of Beijing
Am 2. Mai 2019 stellte Job Tube Daily ein Expat-Paar in Peking vor, dessen Kinder eine der University of Science and Technology Beijing angegliederte öffentliche Oberschule besuchen. Berichte über Kinder ausländischer Familien, die in das öffentliche Bildungssystem Chinas integriert sind, sind ermutigend. Allerdings haben nicht viele Expats diese Möglichkeit. Für die Aufnahme an öffentlichen Schulen in China gelten sehr strenge Vorgaben. Selbst chinesische Familien haben bisweilen Schwierigkeiten, ihre Kinder dort unterzubringen, insbesondere wenn sie nicht als örtliche Einwohner der Stadt registriert sind, in der sie leben.
Diese Schulen bevorzugen gewöhnlich ortsansässige Kinder aus den umliegenden Wohngebieten; erst danach werden andere Schülerinnen und Schüler berücksichtigt. Für Expat-Familien steht diese Bildungsoption daher nicht ohne Weiteres offen.
International Schools Database hat die Kosten internationaler Bildung weltweit analysiert. Demnach verzeichnet China die höchsten Schulgebühren für internationale Bildung. Die führenden Tier-1-Städte Peking und Shanghai belegten den ersten und zweiten Platz. Für einen alleinstehenden Expat, der in China lebt und arbeitet, mag diese Information irrelevant erscheinen, da die Bildung eines Kindes nicht zur aktuellen Lebenswirklichkeit gehört. Für Expat-Eltern, die ihre Familie wegen der Arbeit nach China bringen möchten, ist sie jedoch von großer Bedeutung.
Chinas internationale Schulen sind für durchschnittlich verdienende Expats zu teuer. Wenn China ausländische Fachkräfte gewinnen möchte, muss es sicherstellen, dass Familien ihre Kinder ausbilden lassen können. Können ausländische Beschäftigte sich keine internationale Schule leisten und erhalten ihre Kinder zugleich keinen Zugang zum öffentlichen Schulsystem, bleibt ihnen beim Erreichen des Schulalters oft nur die Rückkehr ins Heimatland. Tatsächlich berichten ausländische Familien, China wegen fehlender Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder verlassen zu haben. Manche suchen stattdessen nach Arbeitsmöglichkeitenin benachbarten asiatischen Ländern; andere packen mit ihren Familien zusammen und kehren in ihr Heimatland zurück.
https://shanghai-pudong.dulwich.org/admissionsc
https://www.isb.bj.edu.cn/admissions/tuition-fees
https://ins-globalconsulting.com/expat-wages-china/
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Originalbeitrag zuerst im offiziellen WeChat-Account ExpatRights veröffentlicht:
