Eine afrikanische Frau in der Xiaobei Road in Guangzhou, die bei Einheimischen als „Schokoladenstadt“ bekannt ist.
Die in Guangzhou lebende afrikanische Gemeinschaft ist inzwischen die größte in Asien. Dies stellt die chinesischen Einwanderungsbehörden vor neue Probleme: Laut einer Studie der Guangzhou Development Academy der Guangzhou University hält sich offenbar bis zur Hälfte der Afrikaner in der Stadt illegal dort auf.
Der Studie von 2015 zufolge leben in Guangzhou inzwischen mehr als 200.000 Menschen aus Afrika, doch bis zur Hälfte von ihnen gelten alsSanfei-Ausländer oder „dreifach Illegale“; das bedeutet, dass sie illegal nach China eingereist sind, sich dort illegal aufhalten oder illegal arbeiten.
Im Jahr 2007 nahmen die Behörden von Guangdong 7.000Sanfei-Ausländer fest und nahm mehr als 700 Personen in Haft. 2008 stieg die Zahl laut Bericht auf 13.000, wobei „Afrikaner einen großen Anteil ausmachen“. Die Kriminalitätsrate unter denSanfei-Ausländern ist gestiegen; dem Bericht zufolge entfielen allein auf Drogendelikte fast 60 Prozent.
Zwei afrikanische Personen vor einem Bekleidungsgroßmarkt in Guangzhou.
Die Studie brachte die afrikanische Gemeinschaft der Stadt außerdem mit „Massenereignissen“, einem Euphemismus für Proteste, sowie weiteren sozialen Problemen wie Vergewaltigung, AIDS und außerehelichen Geburten in Verbindung, die „das gesellschaftliche Leben der Einwohner Guangzhous und die soziale Stabilität der Stadt beeinträchtigen“.
Andererseits haben afrikanische Einwanderer zur wachsenden Wirtschaft der Stadt beigetragen und sind stark am Geschäft und Handel mit ihren Heimatländern beteiligt. Viele haben chinesische Frauen geheiratet und planen, langfristig zu bleiben.
2012 brach in der Stadt ein groß angelegter Protest aus, nachdem ein nigerianischer Mann unter ungeklärten Umständen in Polizeigewahrsam gestorben war.Mitte Juli 2009 protestierten Hunderte Afrikaner vor einer Polizeiwache in Guangzhou, nachdem ein nigerianischer Mann aus dem zweiten Stock gesprungen war, um einer überraschenden Einwanderungskontrolle zu entkommen..
Afrikaner wanderten erstmals in den 1990er-Jahren in großer Zahl in die Stadt ein, angezogen von Guangdongs verarbeitender Industrie. Viele konzentrieren sich rund um die Xiaobei Road, Huanshi Road und Sanliyuan, kaufen günstige Kleidung und Elektronik und exportieren die Waren nach Afrika.
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