Chinesische Internetnutzer reagierten wütend auf die Nachricht, dass Guangzhou Evergrande wegen eines beleidigenden Banners auf der Tribüne bei einem Spiel in Hongkong in dieser Woche Sanktionen drohen.
Dem chinesischen Meister drohen eine Geldstrafe und Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nachdem der Asiatische Fußballverband die Mannschaft wegen Diskriminierung und Fehlverhaltens von Zuschauern angeklagt hatte.
Beim Champions-League-Spiel gegen den Hongkonger Meister Eastern am Dienstag entrollten Fans ein Banner mit der Aufschrift „Britische Hunde vernichten, das Gift der Unabhängigkeit Hongkongs auslöschen“. Es war der jüngste Fall, in dem sich politische Spannungen zwischen dem Festland und seiner Sonderverwaltungsregion auf den Fußballtribünen zeigten.
Nach den Reaktionen im chinesischen Internet zu urteilen, störten sich nur wenige an dem Banner.
Eine Umfrage auf Sina, einem der größten Webportale des Landes, fragte die Leser, ob die Fans aus Guangzhou ihrer Meinung nach etwas falsch gemacht hätten. Weniger als 20 Prozent der über 3.000 Befragten antworteten mit Ja.
Die Umfrage erhielt rund 5.000 Kommentare; die beliebtesten unterstützten die Aktion der Fans mit überwältigender Mehrheit.
„Erstens: Ist es etwa kein politisches Symbol, wenn die Heimfans die frühere Kolonialflagge zeigen?“, lautete der am besten bewertete Kommentar eines Lesers aus der Provinz Fujian.
„Zweitens: Ist es nicht falsch, wenn die Fans der Heimmannschaft die Nationalhymne ausbuhen?“
„Drittens: Ist es nicht beleidigend, den Gästefans während der Nationalhymne den Mittelfinger zu zeigen?“
„Bitte antworten Sie, AFC! Hören wir auch, was der Vorsitzende des chinesischen Fußballverbands, Cai Zhenhua, dazu sagt!!!“
Während des Spiels hisste ein Eastern-Fan eine Flagge aus der Hongkonger Kolonialzeit. Bei den jüngsten Länderspielen im Mong Kok Stadium wurde die chinesische Nationalhymne regelmäßig ausgebuht.
Viele erklärten, die AFC „solle sich nicht in Chinas Angelegenheiten einmischen“ – eine Formulierung, die Chinas Regierung häufig verwendet, wenn ausländische Mächte ihr Menschenrechtsverletzungen oder Ähnliches vorwerfen.
„Raus aus China, ihr Barbaren“, hieß es in einem weiteren viel beachteten Kommentar. „Die Hongkonger ‚Chop Suey‘ buhen die Nationalhymne aus – seid ihr etwa so rechtschaffen? … Wenn ihr die Würde des Landes beleidigt, was ist dann falsch daran, sich zu wehren?“
Eine verbreitete Ansicht lautete, die Evergrande-Fans hätten sich als gute Patrioten verhalten.
„Die Verfassung der Volksrepublik China bestimmt, dass jeder chinesische Bürger das Recht und die Pflicht hat, die Würde und die Interessen des Staates zu schützen“, schrieb ein Kommentator.
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